1. Lassen Sie sich beraten.
Ihre IHK (Industrie- und Handelskammer) bzw. Ihre Handwerkskammer, das Institut für freie Berufe oder das RKW kann Ihnen helfen den passenden Berater zu finden. Testen Sie Ihren “potentiellen Berater”. Vereinbaren Sie ein unverbindliches und kostenloses “Erstgespräch” zum gegenseitigen Kennenlernen. Sie sollten auf jeden Fall “auf einer Wellenlänge” mit Ihrem Berater sein, ihm vertrauen und das Gefühl haben, dass er Sie versteht. Ihr Berater sollte auch Erfahrungen und Referenzen im Umgang mit Ihrer Branche nachweisen können.
2. Haben Sie Vertrauen.
Sprechen Sie nicht nur mit Freunden, Bekannten und Ihren Verwandten. Die Angst vor dem “Ideenklau” ist meist unberechtigt. Der Nutzen hingegen, den Sie für Idee als “Input von außen” ernten, kann ernorm groß sein. Sie sollten jedoch ganz klar festlegen, wie Sie Ihr Vorhaben umsetzen wollen. Ob alleine oder mit einem Partner zum Beispiel Die Aussage “das machen wir zusammen und dann machen wir 50/50″ bleibt meist eine unrealistische Wunschvorstellung. Neben persönlichen Gründen führen oft mangelnde vertragliche Grundlagen zu Differenzen. Hier sollten Sie rechtlich fundierte Verträge (Vorlagen dafür finden Sie z.B. bei Redmark) von einem Fachanwalt ausarbeiten lassen.
3. Lesen Sie viel.
z.B. die Unternehmer-Zeitschrift IMPULSE. Dort gibt es das Sonderheft “Gründerzeit”. Sehr lesenswert und praxisnah. Buchtipps siehe unten. Lesen Sie auch “Das Alchimedus Prinzip” sowie “Kooperation, der direkte Weg zum Erfolg”. Lesen Sie Fachzeitschriften aus Ihrer Branche. Verfolgen Sie die Stimmungen und Trends und bilden Sie sich laufend eine eigene Meinung.
4. Seien Sie Kreativ.
Das wertvollste Kapital Ihrer Zukunft sind Ihre Ideen. Denken Sie deshalb auch unbedingt schriftlich. Andreas Illig, Coach für Ideenrunden und Kreativitätstechniken rät zu einem “Ideenbuch”. Das handliche Buch im Taschenformat ist Tag und Nacht griffbereit. So geht eine Idee nicht verloren und kann sich weiterentwickeln. Wenn Sie gerne am PC arbeiten, hilft Ihnen die Software “Mind Manager” beim Gestalten Ihrer Idee und Ihrer Projektpläne.
5. Lassen Sie sich Zeit.
Überstürzen Sie Ihre Entscheidung nicht. “Gut Ding will Weile haben” ist auch in der “hektischen Geschäftswelt” eine goldene Regel. Bleiben Sie jedoch stets am Ball und geben Sie nicht leichtfertig auf. Betrachten Sie Ihre Idee aus vielen verschiedenen Blickrichtungen (aus der Sicht Ihrer Kunden, Ihrer Lieferanten, Ihrer Partner, Ihrer Familie, in der Vergangenheit, in der Gegenwart, in der Zukunft …) Buchtipp: “Die Kunst seine Berufung zu finden”
6. Setzen Sie sich realistische Ziele.
Und schreiben Sie dafür Ihren Business-Plan. Und schreiben Sie diesen vor allem selbst. Sie können sich zwar später dabei helfen lassen, das “Grundgerüst” und die wesentlichen Ziele sollten auf jeden Fall von Ihnen persönlich aufgeschrieben werden. Am besten Sie entwickeln Ihre Strategie zusammen mit Ihrer Familie bzw. Ihrem Sozialpartner, denn Ihr Alltag als Unternehmer wird sich von Ihrem bisherigen Leben sehr stark unterscheiden.
7. Gestalten Sie Ihr Marketing erstklassig.
Sie haben niemals wieder eine zweite Chance für einen ersten Eindruck. Und der erste Eindruck bleibt Ihren potentiellen Kunden und Marktpartnern prägend in Erinnerung. “Mit gutem Design verkauft es sich leichter” schreibt z. B. die Fachzeitschrift für den Garten- und Landschaftsbau “DEGA”. Ihr Unternehmen bzw. Ihre Marke muss von innen heraus wachsen können. Ein perfektes Naming und Branding als Markenkern ist dafür die Basis. Die Gestaltung Ihres Corporate Designs sollten Sie auf jeden Fall Fachleuten z. B. Grafik-Designern aus dem Verband AGD (Allianz deutscher Designer) überlassen.
8. Nutzen Sie lokale Netzwerke und nutzen Sie die Angebote Ihres Berufsverbandes.
Wenn Sie z. B. ein Friseurgeschäft eröffnen wollen, sollten Sie die Nähe zu den Menschen aus der lokalen Friseurinnung suchen. Sie können sich dann später immer noch entscheiden, ob Sie alleine besser klar kommen, oder den Gedankenaustausch in der Gemeinschaft mehr zu schätzen wissen. Knüpfen Sie bei regionalen “Businessplan-Wettbewerben” und Organisationen wie dem BJU (Bund junger Unternehmer) und den Wirtschaftsjunioren (WJD) Kontakte zu “Gleichgesinnten”. Geschäftskontakte und “Networking” im Internet: Jetzt Mitglied bei openBC werden!
9. Tappen Sie nicht in die Schuldenfalle.
Hüten Sie sich vor dem “Super-Sofortkredit”. Die StartUp Berater der Sparkasse oder seriöse Steuerberater beraten Sie zum Thema Finanzierung. Rechnen Sie nicht “mit dem letzen Cent” und lassen Sie Ihr privates Sparschwein wenn möglich am Leben.
Übrigens: Nicht die goldene Taucheruhr oder das Luxusauto ist das Aushängeschild Ihres Unternehmens (zumindest nicht in den mir vertrauten Branchen) sondern Sie, Ihre Fähigkeiten, Ihre Leistungsbereitschaft und Ihre Tugenden wie z.B. Fleiß, Ehrlichkeit und Zuverlässigkeit sind entscheidend. Diese wertvollen “Skills” können Sie für Geld nicht kaufen.
10. Hören Sie auf Ihren Bauch.
Ihr Bauchgefühl braucht dafür die richtigen Informationen. Nur wenn Sie sich gedanklich in der Rolle des Unternehmers wohl fühlen, sind Sie auf dem richtigen Weg. Dass Sie dabei immer wieder Zweifel haben ist ganz normal. Nur Ihr “gutes Gefühl” muss auf jeden Fall immer wieder im Vordergrund “mitschwingen”. Verarbeiten Sie positive Anregungen mit Ihrem Herzen und negative Informationen mit Ihrem Verstand.
11. Denken Sie positiv.
“Du wirst dort ankommen, wo Deine Gedanken sich bereits befinden”. Achten Sie auf Ihre Worte, Ihren Umgang und Ihren Lebensstil als Ganzes. Jammern und nach einem Schuldigen suchen hilft Ihnen auf Ihrem Weg nicht weiter. Hüten Sie sich jedoch auch davor, allzu “blauäugig” in Ihre Selbstständigeit zu starten – gute Laune alleine hat noch niemanden ans Ziel gebracht, aber es macht vieles leichter und angenehmer. “Wer nicht lächeln kann sollte kein Geschäft aufmachen” sagt man. Und meinen Sie es bitte auch ehrlich, wenn Sie lächeln. Ihr Gegenüber wird es merken.
12. Machen Sie es!
Schreiben Sie die Gründe “dafür” und “dagegen” auf ein Blatt Papier. Bewerten (gewichten) Sie dann Ihre einzelnen Argumente und wägen Sie immer wieder ab. Sie können doch was Sie wollen, oder?
Autor: Michael Leibrecht, Geschäftsführer der Agentur LEIBRECHT Marketing Network in Nürnberg. Einer Agentur die 1994 im “Nebenberuf” und 1998 im “Hauptberuf” gegründet wurde. Schwerpunkte der Agenturtätigkeit sind die Themenfelder Ideen, Gestaltung, Internet und Kooperationen. Außerdem ist Michael Leibrecht als Initiator und Redakteur für “machen.de” verantwortlich. Mehr Infos: www.leibrecht.com